Bye bye Elche.

Knäckebrot und Elche zieht um.

Es hat sich so vieles verändert in meinem Leben. Allein um Elche geht es schon eine Weile nicht mehr 😉 Deswegen präsentiere ich stolz meinen neuen, verbesserten und noch internationaleren Blog myglobalife.blog.

Schaut vorbei und folgt mir auf dem neuen Blog, um keine Artikel zu verpassen! Lest dort alles zu meinen aktuellen Plänen, Träumen und Erlebnissen – in Schweden, den USA und China. 2017 wird spannend!

Vielen Dank für eure Treue, ich hoffe ihr werdet myglobalife genau so gerne lesen wie Knäckebrot und Elche 🙂

Noch einmal mit rosaroter Rückblicksbrille und einem lachenden und einem weinenden Auge:

med vänliga hälsningar

Eure Lucie

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Über das Ankommen.

Ich bin angekommen. So richtig. Seit etwas über einer Woche bin ich nun wieder in Skandinavien unterwegs. Und fühle mich einfach nur wohl. Schweden macht etwas mit mir. Ich komme an, ich fühle mich zuhause und ich will nicht wieder weg. Zumindest für den Moment. 😉

Die Fahrt mit dem Auto aus dem Süden Deutschlands nach Göteborg ist trotz Übernachtung in Hamburg nicht zu unterschätzen. Vor allem, wenn man mehr im Stau steht als tatsächlich zu fahren. Aber gerade diese Fahrt hat mir die Gelegenheit gegeben nach langem mal wieder einige Zeit intensiv mit meinen Eltern zu verbringen. Dafür bin ich wahnsinnig dankbar. Manchmal sind eben auch scheinbare Nachteile in Wahrheit Vorteile.

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In Göteborg wurde ich wahnsinnig lieb von meiner Mitbewohnerin empfangen. Was soll ich sagen Leute: Guten Menschen passieren gute Dinge – das versuche ich mir zumindest einzureden 😉 Spaß beiseite. Ich finde wirklich ich hatte großes Glück mit ihr und der Wohnung. Mein Zimmer ist mini, aber gerade recht. Lagom, wie man hier in Schweden wohl sagen würde. Und ich liebe meine neuen Möbel, auch wenn es vielleicht ein paar zu viel für das Zimmerchen sind. Aber naja. IKEA. Wo die Liebe hinfällt – manchmal kann man eben nicht anders.

Here we go again.

Es ist also mal wieder so weit. Nach ein paar schönen Tagen Familienurlaub in Norwegen (Artikel folgt) bin ich nun endgültig in Göteborg angekommen. Naja, so endgültig das bei mir eben immer so ist 😉 Aber eben für jetzt.

Ich liebe diesen Neuanfang. Wieder neue tolle Menschen kennen lernen und in meinem Leben haben dürfen. Die neue Stadt erkunden. Jeden Tag leben. Die verwirrenden Registrierungsregularien, unübersichtlichen Termine, neuabzuschließenden Verträge und auszufüllenden Anträge können mein Glück darüber nicht trüben. Aber wenn das Organisatorische gelaufen ist, bin ich schon happy 😉 Lasst mir gerne einen Kommentar da, falls euch irgendetwas besonders interessiert über die Abläufe, was man so alles beachten muss. Organisatorisches fürs Studium, das Leben in Schweden, wie man an eine Schwedische Telefonnummer kommt. Dazu einfach unter der Überschrift die Kommentarfunktion anklicken. Ich erzähl euch dann gerne mehr darüber – spätestens sobald ich selbst herausgefunden habe, wie es funktioniert 😉

Auf ins Leben.

Jetzt stürze ich mich jedenfalls erstmal wieder kopfüber in mein neues Leben hier und freue mich darauf euch bald mal wieder einiges zu berichten und auch darauf einige von euch bald wieder zu sehen. Das ist nämlich, was ich besonders schön finde: Man kann nie genug tolle Leute in seinem Leben haben.

Vi ses ihr Lieben!

med vänliga hälsningar

Moi 🙂

Fünf Tage. Und ein paar Erkenntnisse.

Das ist die Zeit, die mir erstmal noch in Deutschland bleibt. Fünf Tage. Job – beendet. Zimmer aufgegeben, Möbel verkauft. Packstatus – chaotisch. Um nicht zu sagen apokalyptisch. Erster akademischer Grad – check. Ersparnisse – ja… lasst uns mal das Thema wechseln. 😉

Es ist mal wieder die Zeit der Abschiede angebrochen. Nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung. Aber sie zu vermeiden ist eben auch keine Option. Aus vergangenen Erfahrungen versuche ich mir abzuleiten, dass es keinen großen Unterschied machen wird. Die guten Freunde werden bleiben. Trotzdem geht mir langsam die Zeit aus und ich werde es nicht einmal mehr schaffen all die guten Freunde zu treffen, von denen ich mich gerne verabschieden würde. Ich werde wohl mal wieder kommen müssen.

Keine Grenzen. Keine Pläne.

Erst kürzlich sind mir ein paar Dinge krass ins Bewusstsein gerückt. Weil sich das so gut anfühlt, wollte ich diese Erkenntnisse mit euch teilen. Erstens: Ich liebe meine momentane Situation. Ohne Freund, ohne Möbel, ohne Verpflichtungen fühle ich mich gerade freier und unabhängiger als je zuvor. Nicht, dass das immer so mein Ideal wäre, aber gerade jetzt scheint alles so zu sein, wie es sein sollte. Ich weiß, diese Situation ist prädestiniert um sich frei und leicht zu fühlen. Andere Lebensumstände werden mehr Verantwortung mit sich bringen, aber diese wesentliche Erkenntnis sollte eigentlich jedem von großem Nutzen sein, unabhängig von der eigenen Situation.

Ich ziehe in ein fremdes bekanntes Land, alleine – und habe keine weiteren Pläne gemacht. Natürlich will ich trotzdem bestimmen, was in meinem Leben passiert. Ich lebe gerade so bewusst wie nie und freue mich über die neue Verantwortung für mein eigenes Leben. Aber ich habe beschlossen, dass ich mir keine Grenzen setzen will durch vorgefertigte Pläne. Ich bin einfach so gespannt, wie es weiter geht. Und habe mich gleichzeitig nie so nahe bei mir selbst gefühlt. Meiner Meinung nach ist das das Geheimnis, auf das es im Leben ankommt. Ihr Lieben – egal wie jung oder alt ihr seid – bittet tut euch den Gefallen und macht euch die Mühe herauszufinden, wer ihr wirklich seid. Liebt euch selbst, kennt eure Bedürfnisse und behandelt euch selbst wie ihr euren besten Freund behandeln würdet. Denn letztlich seid ihr die einzige dauerhafte Konstante in eurem Leben. Und bleibt offen für neues. Ansonsten verbaut ihr euch vielleicht eure Optionen, weil ihr nur noch das sehen könnt, was ihr schon immer für euch vorhergesehen habt. Das habe ich mir fest vorgenommen. Das ist der einzige Plan. Ich bin so gespannt, wie es weiter geht – mit mir, mit euch, mit allen.

med vänliga hälsningar

Lucie

Der Preis der Unabhängigkeit.

Es wird ernst. Richtig ernst. Und ich merke, was ich schon von Anfang an wusste, aber mir nicht über das Ausmaß im Klaren war: Dieses Vorhaben lässt sich in keinster Weise mit einem Auslandssemester vergleichen. Mit der Erkenntnis stellt sich eine gewisse Überforderung ein. Überwältigung eher. Man könnte sagen Respekt vor der eigenen Courage. Aber dann legt man los und mit jedem Schritt wird es etwas leichter. Wohnung kündigen, Job kündigen, Möbel und Zimmer herzeigen um Abnehmer zu finden. Es geht los…

Aufgeben was war.

Ein Umzug bedeutet immer einiges aufzugeben und loszulassen. Sich damit abzufinden, dass sich Dinge ändern. Nach meinem Auslandssemester hatte ich mich daran gewöhnt, dass ich enge Freunde nur über Skype erreichen kann. An die Aussicht viele liebe Menschen erst in unbestimmter Zeit wieder zu sehen. Ich dachte ich wäre langsam an Veränderung gewöhnt. Vier Umzüge in den letzten drei Jahren, wenn auch meistens nur innerhalb der Stadt. Ich dachte, ich kann das mit dem Neuanfang. Dachte es könnte so anders nicht sein.

Ist es aber. Nach Schweden zu ziehen bedeutet ich gebe mein süßes kleines WG Zimmer im Herzen der Stadt auf. Weg. Und mit ihm auch meine geliebten Möbel. Meine ersten eigenen Möbel. Unter dem Hammer. „Wenn du was zu verschenken hast, dann melde dich gerne“. Na klar.
Den Job aufgeben. Mit all den liebgewonnenen Kollegen mit denen man sich jeden Tag durch Stress und Chaos gelacht hat. Weg.
Das Studienfach, meine Wissenskomfortzone, auch aufgegeben. Zugegeben freiwillig. Mit weit weniger Herzschmerz. Stattdessen ein neues Fach – das ich super spannend finde. Noch vielleicht, ich bin gespannt. Auf jeden Fall eine Unsicherheit mehr.

Man zieht also in eine neue Stadt, in der man niemanden kennt. Gibt auf Freunde und Familie in nächster Nähe zu haben. Löst das Sicherheitsnetz. Freut sich auf das Abenteuer und schaudert.
Ohne Muttersprache. Ohne Brezeln und Maultaschen.

Das sind wir mal wieder: Mein backpack und ich. Und sonst nicht viel vom alten Leben.

Ein Sprung ins Ungewisse.

So fühlt es sich bei aller Vorfreude an. Eine Wohnung in Göteborg zu finden, wurde mir schnell klar, ist kein leichtes Unterfangen. Nach einem Monat intensiver suche, habe ich nun endlich eine erste Rückmeldung bekommen. Privat, als Untermieter. Alles andere scheint schier unmöglich. Die Wartezeit fürs Wohnheim: 2-5 JAHRE. Man zieht also los, packt seine Habseeligkeiten, zieht bei einem Unbekannten ein und hofft, dass es passt. Oft habe ich Anzeigen von Rentnern oder Familien gesehen. Oftmals nur mit sehr bedingter Mitnutzung der Wohnung alà du darfst duschen, wenn wir gerade das Bad nicht brauchen und vielleicht ins Wohnzimmer, wenn niemand im Haus ist. Vorgeschriebene Kochzeiten inklusive. Natürlich der Worstcase.

Ich scheine Glück zu haben. Meine Rückmeldung ist vielversprechend: geskypt, sofort gut verstanden, bezahlbar – für Göteborger Verhältnisse – und relativ zentral. Bald als mal hinfliegen, um hoffentlich den Mietvertrag zu unterschreiben.

Neue Wohnung, neue Uni, neue Stadt, neue Menschen. Und dann ist da noch der kalte, dunkle Winter. Und Herbst… und Frühling.

Und Ja. Ich denke es ist eine sehr gute Idee.

Viele Leute haben mich fast entsetzt gefragt, ob ich sicher bin, dass ich das tun will. Augenbrauen hoch, erstaunter Blick: Natürlich. Aber so langsam verstehe ich, welche Gedanken hier zu der Frage geführt haben.

Ja, es wird nicht immer leicht. Ja, es fällt mir schwer vieles zu verkaufen und abzugeben, was ich besitze. Zumal ich kein Held im Abschied nehmen bin. Ganz im Gegenteil. Ja, ich weiß im Notfall kann ich immer zurückkommen. Nein, das ist nur eine bedingte Hilfe. Natürlich hilft der Gedanke, aber letztlich will man doch eher ans Gelingen glauben denn an die Flucht.

Ich glaube die Erfahrung ist alle Ängste und Bedenken wert. Fakt ist: Wann immer ich meine Komfortzone verlassen habe, hat es mich weiter gebracht. Nur dann finden Entwicklungen statt, mit denen ich nie gerechnet hätte. Auch die sind wiederum nicht immer leicht zu tragen und zu verarbeiten. Aber am Ende bringen sie mich näher zu mir selbst und machen mich stärker.

Und diesmal verlasse ich die Komfortzone sogar geplant und in voller Absicht. Im vollen Bewusstsein, dass es nicht immer so leicht und schön sein wird, wie man es sich im ersten Moment vorstellt. Wenn doch, dann freue ich mich umso mehr.

Es ist Zeit loszulassen. Zu springen. Auf ins Ungewisse und schauen, wo es hingehen kann. Ich freu mich schon.

Mehr zu mir, Göteborg und Entwicklung: bald hier.

med vänliga hälsningar

Lucie

Der Master-Plan

Hallo liebe Freunde,

ich melde mich zurück aus der Versenkung – mit Neuigkeiten.

Manchmal klappen Dinge einfach. Man träumt und hofft und bangt und gibt schon beinahe wieder auf. Um am Ende fest zu stellen, dass manche Dinge einfach klappen.

So ist es mir mit meiner Master-Bewerbung für Schweden ergangen. Nach einer turbulenten Nach-Erasmus-Zeit, die mich mehr Kraft gekostet hat, als ich es erwartet hätte, habe ich mich entschlossen es mit einer Master-Bewerbung in Schweden zu versuchen. Hier die ganze Story:

Sinnkrise.

Ach ja diese Studenten. Nicht vorbereitet auf das Leben, verschult und verhätschelt. Überhaupt kaum lebensfähig, elanlos und dann auch noch dieses ERASMUS-Programm. Das Organisatorische bekommen sie doch eh alles vorgekaut und dann wird ein Semester gefeiert. Von wegen Studium. Und danach landen sie in der der Post-ERASMUS-Depression. Diese verweichlichte Jugend.

So oder so ähnlich wir bekommen wir es immer wieder von der Gesellschaft zu hören, wir plan- und ziellosen Mittzwanziger. Wir Illusionisten.

Nein – das Stichwort Sinnkrise soll hier nicht auf eine Post-ERASMUS-Depression hindeuten. Wobei auch ich dem melancholischen Durchwälzen von Bildern und den verzweifelten gegenseitigen Versicherungen man sehe sich bald wieder, auf dem ein oder anderen Kontinent, sicher nicht entgangen bin. Tatsächlich hat die Auslandserfahrung noch viel drastischere Dinge mit mir angestellt, auf die ich aber an anderer Stelle eingehen möchte. Eines sei gesagt: Sich tatsächlich mit sich selbst auseinander zu setzen ist keine leichte Übung. Dafür kann ich sicher sagen: Ich bin unendlich dankbar dafür, dazu gezwungen worden zu sein.

Sinnkrise. Jetzt aber wirklich. Zu den aufwühlenden Erlebnissen während und nach des Auslandssemesters kam zunehmend die alljährliche Sinnkrise eines (jeden?) Studenten, ob das Studium überhaupt Sinn ergeben hat, ob man fürs Leben vorbereitet ist, was man vom Leben erwartet, wohin der Weg gehen soll. Nur diesmal in verschärfter Variante. Schließlich neigte sich mein Bachelor bedenklich dem Ende zu und nach dem traumhaften Ritt durch das Erasmus-Wunderland (das mir entgegen der gängigen Meinung doch einiges abverlangt hat) klopfte nun doch unüberhörbar die Realität an.

Und jetzt? Arbeiten? Trainee? Master? Noch dazu eine Unzufriedenheit mit der Wahl des Studienfaches, die sich über die Jahre aufgestaut hatte (Anmerkung zum Zeitpunkt der Verfassung: Tatsächlich bin ich zum heutigen Zeitpunkt wieder versöhnt mit meiner Wahl). Eine Alternative musste her.

Arbeiten: Ja. Schön und Gut. Endlich mal die Speißekarte erweitern – irgendeine neue fancy Ergänzung zu den Pasta. Oder so. Und dann? Für die nächsten 50 Jahre? Oder länger – wer weiß. Der Mittzwanziger-Postmaterialist-Einhorn-Weltfrieden-Träumer in mir rebelliert. Nein. Viel zu früh, viel zu jung. Die Welt sehen. Man kennt das ja.

Also Studieren. Ich bin tatsächlich ein sehr ehrgeiziger Mensch und lerne auch wirklich gerne Neues – auch wenn ich mich hierfür häufig eher entschuldigen muss, lass ich das jetzt mal hier so stehen. Das sprach als dafür. Ohne das große Geld auskommen. Geht auch. Schon eingewöhnt, kein Problem. Ein Master also. Nur was und wo?

Auf zu neuen alten Ufern.

Kommunikation war jetzt nicht mehr das Ziel aller Träume – die Vorstellung von eine Karriere in der internen Unternehmenskommunikation eines Mittelständlers ruft minutenlanges inneres Schütteln in mir hervor. Kurz habe ich auch abgewogen, ob es doch noch ein zweiter Bachelor werden soll – Webdevelopement? Recht? – vielleicht international? Als Ingenieur könnte ich Karriere machen oder doch noch mit dem Medizinstudium anfangen? Die Realität klopft wieder, zeigt mir den Vogel und meint, dass es doch sinnvoller wäre nach Vorne zu blicken.

Also in mich kehren. Sinnkrise. Immer wieder. Dann mal der Blick auf die Gegenwart. Und dann einfach mal nach Gusto: Was interessiert mich wirklich?

Die Bewerbungsfrist in Schweden wäre mir am Ende doch fast davongelaufen, nach Monaten des philosophischen Diskurses und der Abwägung unzähligen – teils sehr kreativer – Szenarien. Am Ende hat es aber gereicht. Und nach 3 Monaten Wartezeit hat es mich unerwartet vom Hocker gehauen. Und dann nochmal als ich realisiert habe, wie schwer es werden wird eine Wohnung in Göteborg zu finden. Und dann noch einmal, als ich realisiere, dass ich mich riesig auf mein Studium freue. Nicht Astronaut, Ingenieur, Arzt oder Lama-Hirte (das war tatsächlich kurzzeitig ein Szenario mit nicht allzu schlechten Gewinnchancen) – so wie es ausschaut werde ich mich wohl eher im Beziehungsgeflecht internationaler Akteure wiederfinden. Kommunikativ und politisch.

Der Mind denkt groß und wagt, sich Hoffnungen zu machen. Die Realität bleibt friedlich, zuckt mit den Schultern und meint „Na bitte. Endlich eine Entscheidung.“ und was die ferne Zukunft bringt, kann ohnehin keiner sagen.

Die nahe bringt mich aber wohl erstmal in die schönste und coolste Stadt Schwedens: Göteborg. Im Sommer geht´s los. Auch über mein neues Abenteuer wird natürlich hier berichtet – also gerne dranbleiben 🙂

med vänliga hälsningar

Lucie